Recycling von Baumaterial

Arbeitspaket 5: Rückbau und Recycling von Gebäudestrukturen und Baumaterialien

Zurzeit werden durch zahllose Unternehmen alte Gebäude aus den 1950er bis 1970er Jahren durch den Bau neuer Bürogebäude oder Einkaufszentren ersetzt. Diese alten Gebäude sind in der Regel durch Gebäudeschadstoffe (wie z.B. Asbest, Mineralwolle, Schwermetalle usw.) kontaminiert. Die Entscheidung des Investors, das neue Gebäude auf einem existierenden Grundstück oder auf einer neu ausgewiesenen Fläche – der sogenannten grünen Wiese – zu bauen, hängt maßgeblich davon ab, wie hoch die Revitalisierungskosten des bereits existierenden Gebäudes und Grundstückes sind.

Der Rückbau eines durchschnittlichen Verwaltungsgebäudes von z.B. 100.000 m³ führt zu einem möglichen Volumen von 25.000 m³ Abfallmaterial. Die Bandbreite der Qualität des Abfallmaterials reicht von Betonbauschutt über Material von Leichtbau-Gebäuden bis hin zu Gebäudeschadstoffen. Betonbauschutt kann in der Regel unter bestimmten Bedingungen zurück in den Stoffkreislauf bzw. Materialzyklus gebracht werden. Der Prozentsatz an recycelfähigem Material ist abhängig von den Voruntersuchungen zur Gebäudestruktur, der Methode des Rückbaus und der Trennung des Materials und der Aufbereitungsverfahren.

Innerhalb des timbre Projekts werden standardisierte technologische Durchführungsprozesse zur Wiederverwendung bestehender Gebäude(-teile) zum Schutz der Umwelt, ebenso wie Strategien zum umweltfreundlichen Gebäuderückbau unter Beachtung der existierenden unterschiedlichen nationalen Gesetze entwickelt. Da der Rückbau und die Wiederverwendung der Gebäude und der Strukturen nicht durch EU-weite Gesetze oder Verordnungen geregelt ist, soll innerhalb des timbre Projekts ein Ansatz entwickelt werden, solche Prozesse zu standardisieren.